Über Führung, Weltherrschaft und was Hunde sonst noch so im Sinn haben
- 12. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Manchmal wirkt es, als würde der eigene Hund plötzlich zum Bodyguard werden: Er geht in Begegnungssituationen nach vorn, bellt häufig Menschen an oder lässt niemanden ins Haus. Für viele Halter fühlt sich das zunächst sogar wie „Beschützen“ an. Häufig fallen dann Aussagen wie „Der ist dominant“ oder „Dein Hund übernimmt die Führung.“ Doch oft ist dieses Verhalten vielmehr ein Hilferuf, als ein Machtanspruch.
Dein Hund übernimmt die Weltherrschaft
Dass dein Hund die Weltherrschaft übernehmen will, ist natürlich Quatsch. Diese überspitzte Aussage ist eher eine ironische Antwort auf Trainingsansätze, die noch immer mit der veralteten Dominanztheorie arbeiten. Dem Hund wird unterstellt, er wolle als Ranghöchster die Führung übernehmen:
Auf dem Sofa liegen – Dominanz
Als Erster das Haus verlassen – Dominanz
Das Kinn auf dem menschlichen Fuß ablegen – Dominanz
Zuerst das Futter bekommen – Dominanz
Heute weiß man jedoch, dass Hunde mit Menschen kein „Rudel“ im klassischen Sinn bilden. Auch Wölfe in freier Natur leben nicht in hierarchischen Rangordnungen, die sie sich erkämpfen.
Aber was ist es dann?
Setzt man die „Dominanzbrille“ einmal ab, stellt sich die Frage, was denn nun wirklich hinter solchem Verhalten steckt. Ein Satz, der mich seit meiner Ausbildung begleitet und den ich immer wieder predige: Hunde verhalten sich nach dem Prinzip „Gutes bekommen, Schlechtes vermeiden“. So simpel und doch absolut genial.
In den allermeisten Fällen geht es deshalb nicht um Macht, sondern darum Bedürfnisse zu kommunizieren.
Dein Hund fühlt sich von einem Menschen bedroht und möchte mehr Abstand.
Dein Hund fühlt sich unwohl, wenn er in fremder Umgebung auf einem Tisch sitzt und von einem fremden Menschen an verschiedenen Stellen angefasst wird.
Dein Hund möchte sein Futter gerne behalten.
Dein Hund hat schlechte Erfahrungen gemacht oder Schmerzen erlebt, wenn er anderen Hunden begegnet ist.
Die Folge: Dein Hund reagiert mit Aggression. Diese hat den Zweck Angst auszulösen und so Distanz zu schaffen.
Was dein Hund braucht
Meist entsteht Aggressionsverhalten aus Unsicherheit heraus. Dein Hund hat keine passenden Strategien gelernt, um sich zu schützen.
Genau hier ist es unsere Aufgabe unsere Hunde zu unterstützen. Wir übernehmen „Führung“, indem wir Situationen kontrollierbar und vorhersehbar machen. Stellen dabei sicher, dass die Bedürfnisse des Hundes erkannt und Grenzen akzeptiert werden.
Führung zu übernehmen bedeutet nicht Macht durch Härte oder Strenge zu erzwingen. Vielmehr darfst du deinen Hund durch Souveränität und Freundlichkeit zeigen, dass du auf ihn Acht gibst und für seine Bedürfnisse einstehst. So wird dein Hund sich auch freiwillig an dir orientieren.
Zeit für einen Perspektivwechsel
Viele Menschen wünschen sich von ihrem Hund im Alltag begleitet zu werden.
Ich erlebe aber häufig genau das Gegenteil. Hunde brauchen Menschen, die sie sicher durch unsere Menschenwelt begleiten.
Möchtest du lernen, deinen Hund sicherer durch den Alltag zu begleiten und besser zu verstehen, was hinter seinem Verhalten steckt? Dann schreib mir gerne oder vereinbare direkt ein kostenloses Kennenlerngespräch.

